Ausstellungsjahr

2020

Kategorie

New Talent

Land

Deutschland

Hochschule

Hochschule Pforzheim

Lehrende

Prof. Wolfgang Henseler, Prof. Michael Throm

»Aimie erhöht die Bereitschaft zur Durchführung von Erste-Hilfe-Maßnahmen indem das Selbstvertrauen von Ersthelfern durch konkrete, sich wiederholende Anleitungen gestärkt wird. Die App ist gut durchdacht und bietet drei Kommunikationsebenen – Text, Ton und Animation. Ein klar strukturiertes Interface Design ist gut dazu geeignet, um die die kurzen Text- und Sprachanweisungen sowie intuitiven 3D-Videografiken zu vermitteln. Das Projekt folgt einem ausgesprochen nutzerzentrierten Ansatz und beweist ein gutes Verständnis für die Bedürfnisse von Menschen in einer Stresssituation. Insbesondere die automatische Wiederholung von Anweisungen trägt zur gelungenen Nutzerführung bei. Mittelfristig könnte dieses Konzept auch signifikant von der Entwicklung der Sprachsteuerungstechnologie profitieren.«

Simone Heißel

Und der Award geht an....

Drei Fragen an das Projekt-Team

Wo lag unter UX-Gesichtspunkten die besondere Herausforderung des Projekts?
Die besondere Herausforderung lag darin, dass die Ausgangssituation, in der sich der User befindet, eine sehr stressbehaftete von Unsicherheiten und Überforderung geprägte Situation ist. Der Ersthelfer, der Erste Hilfe leisten muss, hat meistens Angst, etwas falsch zu machen. Die Angst soll genommen werden und das Interface muss so intuitiv und schlicht wie möglich gestaltet sein. Infos müssen schnell erfasst und verarbeitet werden können. Zudem soll gewährleistet sein, dass die lebensrettenden Maßnahmen korrekt durchgeführt werden. Auch wenn es eventuell zu Kommunikationsschwierigkeiten zwischen User und dem sprachgesteuerten Assistenten kommen kann - der User hat immer die Möglichkeit zum nächsten Schritt zu gelangen.

Was war Ihr persönlicher Höhepunkt im Entwicklungsprozess? Gab es einen Aha!-Moment, gab es einen Tiefpunkt?
Meine persönlichen Höhepunkte waren die Interviews für meine Recherche. Vor allem hatte ich einen Aha!-Moment nach dem Interview mit einem Notarzt, der mir erzählte, dass Telefonreanimationen sehr gut und auch erfolgreich funktionieren. Die Idee, jemanden per Sprache durch die nötigen Maßnahmen zu führen war wirklich aufschlussreich und ausschlaggebend für meine nächsten Schritte und den Verlauf des Projekts. Das war der bedeutende Punkt, ab dem mir klar wurde, dass ein Sprachassistent die bestmögliche Lösung bieten wird.

Wo sehen Sie sich und das Projekt in den nächsten fünf Jahren?
In meiner Wunschzukunft sehe ich mich in den nächsten fünf Jahren in einer großen und international anerkannten Agentur mit Fokus auf digitaler Innovation. Am liebsten nehme ich mit meiner Arbeit wirklichen Einfluss auf das Leben und Verhalten der Menschen. Ich mag die Idee, mithilfe von digitaler Innovation etwas zum Positiven zu ändern, etwas mit Mehrwert zu schaffen. Und im besten Falle wird Aimie in den nächsten Jahren in einem Experten-Team umgesetzt und schon vorab in allen Smartphones integriert - à la Siri. Somit kann jeder Nutzer ohne Umwege darauf zugreifen und mehr Menschenleben werden gerettet.