Ausstellungsjahr

2020

Kategorie

New Talent

Land

Deutschland

Hochschule

Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd

Lehrende

Prof. Benedikt Groß

»Die Herausforderungen an eine zukunftsweisende Mobilität können definitiv nicht dadurch nachhaltig gelöst werden, dass bestehende Autos durch neue Fahrzeuge mit fortschrittlicher Technologie ersetzt werden. Angesichts der hohen Zahl von nicht vernetzten Autos auf den Straßen sollten zudem alle Verkehrsbeteiligten Zugang zu zusätzlichen Sicherheitssysteme erhalten. Dies erfordert Lösungen für bestehende Fahrzeuge, da ansonsten nur wenige privilegierte Menschen erreicht werden, die sich die neuesten und fortschrittlichsten Funktionen leisten können. Die Jury ist sich darüber bewusst, dass das vorliegende Konzept noch einiges an Komplexität zu bewältigen hat, bevor es in der Realität bestehen kann. Jedoch lassen das zugrundliegende Denken, der Entwicklungsprozess, das Storytelling und das Ergebnis sehr gute Ansätze erkennen. Arcos zeigt, wie neue Talente die bestehenden Probleme in den heutigen Mobilitätsstrategien erkennen und lösen können.«

Layla Keramat

Drei Fragen an das Projekt-Team

Wo lag unter UX-Gesichtspunkten die besondere Herausforderung des Projekts?
Zu Beginn unserer Arbeit war die größte Herausforderung, ein Servicekonzept zu entwickeln, das eine bezahlbare und sichere Alternative zu herkömmlichen Fahrassistenzsystemen bietet. Zudem musste es so gestaltet werden, dass es von jedem, unabhängig davon, welches Automodell man besitzt, genutzt werden kann. Um die Funktionsweise von ARCOS' Machine Learning Software verständlicher zu gestalten und das Vertrauen der Nutzer zu gewinnen, war es uns wichtig, diese durch Gamification aktiv in den Entwicklungsprozess unseres Services einzubeziehen.

Was war Ihr persönlicher Höhepunkt im Entwicklungsprozess? Gab es einen Aha!-Moment, gab es einen Tiefpunkt?
Ein Höhepunkt war, als wir unser Smartphone an der Stoßstange unseres Autos mit Tape fixierten und damit durch die Stadt fuhren. Als wir hinterher die Leistungsfähigkeit der Object Recognition Software überprüften, waren wir erstaunt darüber, wie gut das System schon funktionierte: Es erkannte Fußgänger, Straßenschilder und sogar Blumen am Straßenrand. Mit diesem einfachen Test wussten wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Knifflig wurde es bei der Frage, wie die Kameramodule mit Strom versorgt werden. Da die Daten mit geringerer Latenz an die Software übertragen werden müssen, entschieden wir uns für eine permanente Stromversorgung mit einem Kabel. Denn im Straßenverkehr sind Millisekunden entscheidend.

Wo sehen Sie sich und das Projekt in den nächsten fünf Jahren?
Wir sehen in ARCOS großes Potenzial und möchten gemeinsam mit Partnern die Entwicklung unseres Konzepts weiter vorantreiben. Smarte Fahrassistenzsysteme werden in Zukunft eine immer größere Rolle im Straßenverkehr spielen. Allerdings wird sich nicht jeder sofort ein neues Automodell mit dieser Technologie leisten können. Um diese Lücke zu schließen, können Systeme wie ARCOS ein sinnvoller Schritt sein. Wir möchten weiterhin daran arbeiten, den Straßenverkehr in den nächsten Jahren für alle Teilnehmer sicherer zu gestalten und neue Technologien erfahrbarer für die Nutzer zu machen. Umso mehr freut es uns, dass die hochkarätige Jury der UX Design Awards uns auf diesem Weg bekräftigt. Vielen Dank.