Ausstellungsjahr

2020

Kategorie

New Talent

Land

Deutschland

Hochschule

Hochschule für Gestaltung, Schwäbisch Gmünd

Lehrende

Prof. Dr. Susanne Schade, Prof. Gabriele N. Reichert

»dot ist ein ganzheitliches Konzept mit einem neuartigen Ansatz zur Erstellung vorläufiger medizinischer Diagnosen mit einem sehr geringen Aufwand. Das Projekt basiert auf der Verkürzung der ärztlichen Diagnose mittels nutzergenerierter Daten. Dadurch könnten Mediziner die ihnen zur Verfügung stehende Zeit sinnvoll und effektiv nutzen. Jedoch zielt dot nicht ausschließlich auf eine rein effizienzgetriebene medizinische Behandlung und Dokumentation. In seiner Gesamtheit könnte dieses Projekt den Raum für die ärztliche Empathie gegenüber ihren Patienten vergrößern und damit zu einem humanorientierten Gesundheitssystem hinführen.«

Johannes Geyer

Und der Award geht an....

Drei Fragen an das Projekt-Team

Wo lag unter UX-Gesichtspunkten die besondere Herausforderung des Projekts?
Unsere Zielgruppe ist sehr heterogen: Von digital Affinen bis zu Einsteigern gibt es eine breite Spannweite an Patienten, für die unser Service zugänglich sein muss. Dementsprechend lag das Augenmerk auf der Gestaltung einer klaren User Journey und einer intuitiven Produktsprache. Es ging dabei auch immer wieder um die Frage, wie eine Künstliche Intelligenz gestaltet sein muss, um eine Schnittstellenposition in der Kommunikation zwischen Arzt und Patient einzunehmen.

Was war Ihr persönlicher Höhepunkt im Entwicklungsprozess? Gab es einen Aha!-Moment, gab es einen Tiefpunkt?
Zunächst mussten wir uns mit den grundlegenden Prinzipien von Künstlicher Intelligenz vertraut machen. Dies war eine sehr spannende Phase, denn die Potenziale für das Gesundheitswesen sind vielfältig. Die zündende Idee kam uns nach einer sehr intensiven Brainstorming-Session und wir setzten uns ein klares, gemeinsames Ziel. Einen Tiefpunkt bzw. eine Sackgasse gab es während des Entwicklungsprozesses nicht. Allerdings befindet sich das Projekt bisher erst im Konzept-Stadium. Um es umzusetzen, müssen wir noch einige regulatorische und technische Hürden überwinden.

Wo sehen Sie sich und das Projekt in den nächsten fünf Jahren?
Besonders in diesem Jahr werden die Gesundheitssysteme weltweit auf eine harte Probe gestellt. Um so deutlicher zeigen sich die Vorteile, die Health-Services wie dot bieten: Patienten können sich schnell und sicher zuhause untersuchen, ohne dem Risiko einer Ansteckung ausgesetzt zu sein. Zudem werden Arztpraxen und Notaufnahmen entlastet. Das gesammelte Wissen kann anonymisiert über geografische Grenzen hinweg gesammelt werden, sodass wir unserer Vision einer "global health knowledge database" ein großes Stück näher kommen. Wir freuen uns, wenn dot im Rahmen der UX Design Awards 2020 neue Impulse geben kann, weiter an den Potenzialen eines "Home Diagnosis Services" zu forschen.