Ausstellungsjahr

2020

Kategorie

New Talent

Land

Deutschland

Hochschule

Duale Hochschule Baden-Württemberg Ravensburg

Lehrende

Prof. Dr. Klaus Birk, Prof. Dr. Markus Rathgeb, Prof. Andrea Hennig, Betty Schimmelpfennig, Christopher Gram, Kevin May

»Nachklang ist ein einzigartiges Klangkonzept, das vor allem junge Menschen auf eindrückliche und mitreißende Art und Weise anspricht. Das Projekt setzt das Konzept des Farbenhörens sehr sensibel um. Es schafft eine perfekte Verschmelzung eindrucksvoller Inhalte, die voll und ganz mit der Architektur und der Umgebung der Gedenkstätte verbunden sind. Dadurch entsteht ein sehr spezifisches und neuartiges Sinneserlebnis. Nachklang überzeugte die Jury als ein Konzept, das Geschichte zum Leben erweckt und zudem leicht zu realisieren ist.«

Johannes Geyer

Und der Award geht an....

Drei Fragen an das Projekt-Team

Wo lag unter UX-Gesichtspunkten die besondere Herausforderung des Projekts?
Neben dem respektvollen Umgang mit dem Thema Holocaust, war es für uns eine besondere Herausforderung, das Denkmal in das Konzept zu integrieren, ohne es dabei in irgendeiner Form zu verändern. Die Betonstelen durften nicht beklebt, bespielt oder in einer anderen Art verändert werden, die nicht der ursprünglichen Intention des Architekten entsprachen. Deshalb entschieden wir uns am Ende für eine reine auditive Lösung am Denkmal.

Was war Ihr persönlicher Höhepunkt im Entwicklungsprozess? Gab es einen Aha!-Moment, gab es einen Tiefpunkt?
Ein wichtiger Aha!-Moment in unserem Entwicklungsprozess, war das Verwerfen von Ansätzen, die eine Verwendung des Smartphones während des Besuchs voraussetzen. Bei unserer Recherche überraschten uns Berichte von Besuchern, die sich beim Besuch leicht verletzen. In den schmalen Gängen und scharfen Winkeln des Mahnmals kann man nämlich leicht mit anderen Besuchern zusammen stoßen. Für uns stellte sich immer deutlicher heraus, dass wir eine Lösung benötigen, die vor Ort innehalten lässt und es ermöglicht, sich auf die räumliche Wirkung des Mahnmals einzulassen. Immer wieder das Handy zücken zu müssen, kam für uns nicht mehr infrage.

Wo sehen Sie sich und das Projekt in den nächsten fünf Jahren?
In den nächsten Jahren wird die digitale Erinnerungskultur weiter an Bedeutung gewinnen. Mit Blick auf die sinkende Zahl der lebenden Zeitzeugen werden neue Lösungen für eine nachhaltige Erinnerungskultur gebraucht. Wir würden uns sehr darüber freuen, wenn es uns gelingt, das bestehende Konzept in Berlin zu realisieren.